Mörderspiel (EA: 19.10.1961)

 

Ein wunderbarer, eiskalter Krimi von Helmuth Ashley - sein Zweitling nach Das schwarze Schaf - und schon wieder ein Knaller. Entgegen des damaligen Stils kein Who-dun-it, sondern ein vielschichtiger und ruhig inszenierter Psychothriller von hohen Gnaden, gefilmt in einer feschen Art-Deco-Butze als beklemmendes Mörder-/Kammerspiel im engsten 'Feindes-/Freundeskreis'. Generell ein tolles Drehbuch von Ashley selbst und Thomas Keck, fussend auf einem Roman von Max Pierre Schaeffer - aussergewöhnliche Ideen, interessante Charakterzeichnungen.

 

Die Darsteller, durch die Bank eine Schau: Harry Meyen, der leider viel zu ungerühmte Schneider-Gatte, liefert eine perfekte Charakterstudie als von komplexen gepeinigter Serienmörder, der sich auf der Partygesellschaft seines Belastungszeugen entledigen und gleichzeitig vor der Polizei stiften gehen will. Die ultrakühle Magali Noel als seine Gattin bringt ja noch jeden Hochofen zum Schweigen, als kurzweilige Sidekicks sind die tollen Robert Graf und Hannes Wieder dabei. Götz George befand sich hier noch an einem Punkt seiner Karriere, wo er wirklch richtig gut schauspielern durfte und nicht nur den George spielen musste, Heinz Klevenow als Partygastgeber gibt ebenfalls gut Gas. Als Poliziant kommt Wolfgang Kieling voll zur Geltung, macht seinen Job wie immer gut. Ansonsten treten hier Leute wie Wolfgang Reichmann, Anita Höfer, Georges Rivière, Margot Hielscher, Armin Dahlen, Balduin Baas und Hans Paetsch in guter Form auf - ja lechz, was für ein Cast.

 

Von Bergmann-Kameramann Sven Nykvist stammen eindrucksvolle Bilder, gefilmt mit viel damals noch völlig unbekanntem Point-of-View. Dazu setzt es einen fantastischen Smooth-Jazz-Score von Martin Böttcher, der sich von melancholischen Slowdowwnern ('Opus für Blondinen') bis zu schnellen Partymusiken ('Play Easy') schlängelt und das Geschehen kongenial als französisch-unterkühlt gemachtes Kriminalstück verredelt.

 

1. Es ist eine Rabenschande, dass es dieser Film noch nicht auf DVD geschafft hat.

2. Dieser Film ist eine Rarität des Krimikinos der sechziger Jahre - selbst der ansonsten Krimis verweigernde Filmdienst zeigte sich begeister: "Modernistisch fotografiertes Kriminalstück. Dank seiner Bildgestaltung weit über dem deutschen Durchschnitt".

3. Ein Must-See!!! Volle Punktzahl

 

Den Löwenanteil des wunderschönen Soundtracks gibt es glücklicherweise auf der Meilenstein-CD "Kriminalfilmmusik von Martin Böttcher vol. 2" (http://www.amazon.de/Kriminalfilmmusik-Vol-2-Martin-B%C3%B6ttcher/dp/B0000240NR/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1274093644&sr=8-1); für diese Scheibe wird der CD-Produzent sowieso eines Tages in den Himmel gelangen.

 

... und das Filmportal: http://www.filmportal.de/df/39/Credits,,,,,,,,1A159ED891A14685B098B36B0B968188credits,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html

 

17.5.10 12:55

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